18.12.2011
Rundbrief 2 2011
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15.09.2011
Quellenangabe: Auszug aus der Märkische Allgemeine vom 15.09.2011
Gleich wohl gefühlt
Tanja Dückers und auch andere Autoren würden wieder nach Perleberg kommen
PERLEBERG - Das Sonntagswetter war gemacht für einen Ausflug. In der Menge der ausschwärmenden Berliner kam Tanja Dückers nicht wie erhofft voran, so dass sie nicht wie vorgesehen den Lesereigen beim Perleberger Bücherfest eröffnen konnte. Der Stress der Anfahrt sei jedoch verflogen, als sie in Perleberg aus dem Auto stieg, berichtete sie. „Ich habe mich sofort wohl gefühlt.“
Während ihr Mann den Nachwuchs im Buggy durch den Hagen schob, schlug sie ihren Roman „Hausers Zimmer“ auf. Der Ort für die Lesungen war gut gewählt: hinter der Stadtmauer am Wallgebäude direkt an der Stepenitz unter alten Bäumen und mit Blick in den Hagen. Dass die Bänke vor ihr mäßig besetzt waren, nahm Tanja Dückers nicht tragisch. Sie habe in München schon vor zehn Leuten gelesen, und in einem kleinen Ort vor 200 Menschen. Das kommt vor, meinte sie. Die Lesung in Perleberg war für sie die vierte in der Woche.
In „Hausers Zimmer“ beschreibt Tanja Dückers, die 1968 in Westberlin geboren wurde, auch ein Stück Kindheit. Sie stemmt sich mit ihrem Buch gegen die Übermacht der Wende- und Nachwendeliteratur, die im Irgendwie der noch immer geteilten Stadt angesiedelt ist.
Die Autorin beschreibt aus der Sicht der heranwachsenden Julika das Westberlin der so genannten 68er, konkret das Jahr 1982, als Helmut Kohl Helmut Schmidt ablöste, Leonid Breschnew starb, die Pershing-Raketen stationiert wurden und das Gespenst eines Atomkriegs in Europa umging. Westberlin ist die Stadt der Wehrdienstverweigerer, der Künstler oder der vermeintlichen Künstler, der Aussteiger und Lebenskünstler.
Julika lebt mit Eltern und ihrem älteren Bruder in einer riesigen Wohnung, Haus und Hinterhof sind so etwas wie ein Biotop. Ratten, Tauben und Einwohner leben einvernehmlich miteinander vor sich hin. Die Familie bekommt Sendungen mit Kartoffeln von der Verwandtschaft aus Westdeutschland, weil die vom Leben in der Aussteigerstadt nur schlimme Bilder hat. Julikas Familie schickt selbst Päckchen nach Polen, wo gerade das Kriegsrecht ausgerufen wurde. Dabei wird darüber diskutiert, ob der Sarotti-Mohr auf der Schokolade als ein Zeichen von Rassismus zu verstehen ist. Aus ironischer Distanz heraus beschreibt sie die 68er Generation – insbesondere ihre Eltern, die immer mal wieder in einen Kontrast zu den eigenen Ansprüchen geraten. Die Familienbeziehungen sind auf neue Weise konzipiert. Vater und Mutter möchten als Klaus und Wiebke angesprochen werden und bei den Kindern heißen die Eltern „Wiebkes and Klauses“ in Anspielung an die Band „Mammas and Pappas“.
Dass Tanja Dückers zehn Jahre an dem 500 Seiten starken Buch arbeitete, hat sich gelohnt. Leicht und anschaulich fließt die Erzählung dahin. „Jetzt habe ich ja gar nichts von Hauser vorgelesen“, meinte Tanja Dückers am Ende der halbstündigen Lesung leicht verblüfft. Der Namensgeber für den Roman ist ein Motorradrocker, mit dem sich die 14-jährige Julika in ihren Träumen eingehend beschäftigt.
Marco Beckendorf vom Hochroth Verlag Perleberg-Berlin hatte den Kontakt zu Tanja Dückers hergestellt, wie auch zu den anderen Autoren. Lesungen wie auch das Bücherfest hatte er im Auftrag des Bürgervereins konzipiert. Die Autoren, so konnte er den Reaktionen entnehmen, würden wieder nach Perleberg kommen. Die Stadt als Autorentreff – warum eigentlich nicht? (Von Michael Beeskow)
Zur Biographie von Tanja Dückers Tanja Dückers wurde 1968 in Westberlin geboren. Nach dem Abitur und einem längeren Aufenthalt in den USA studierte sie an der Freien Universität Berlin und an der Universiteit van Amsterdam Germanistik, Niederländisch, Nordamerikakunde und Kunstgeschichte. Das Studium schloss sie mit einer Arbeit über die „Ästhetik des Erhabenen in der modernen Malerei“ ab. Bereits während ihres Studiums arbeitete sie als Nachrichten- und Wetterberichttexterin bei der Deutschen Welle TV in Berlin sowie als Lektoratsassistentin in verschiedenen Verlagen – so auch in der Nicolaischen Verlagsbuchhandlung. Ihre ersten beiden Bücher, zwei Lyrikbände, erschienen noch während ihres Studiums. Seither lebt Tanja Dückers als freischaffende Autorin und Journalistin. Sie lehrt auch Germanistik im Ausland. Lehraufträge und Schriftstellerstipendien führten sie nach Los Angeles, Pennsylvania, Bristol, Barcelona, Paris, Prag, Krakau, Bukarest, Hermannstadt, Schweden, Flandern, Salzburg oder Zypern. Seit 2008 schreibt Tanja Dückers als Kolumnistin Essays zu innen- und gesellschaftspolitischen Themen für Zeit Online. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin – der Stadt, in der ihre Bücher meist spielen. Auch ihr nächstes Buch ist in der Stadt angesiedelt. Berlin als Tor nach Osteuropa, Menschen, die aus Polen oder Rumänien stammen, sollen darin eine Rolle spielen, so ihre Andeutung. „Ich sehne mich zurück an den Schreibtisch“, meinte sie. mb
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12.09.2011
Quellenangabe: Auszug aus der Märkische Allgemeine vom 12.09.2011
„Der Wechsel war gut“
Perleberg-Festival und Bücherfest haben eine neue Form bekommen, die in die Zukunft weist
PERLEBERG - „Jederzeit wieder.“ Uwe Steuer vom Freundeskreis Perleberg-Festival zeigte sich gestern – trotz anstehender Aufräumarbeiten – begeistert. Das Festival von Freitag bis Sonntagvormittag habe riesigen Spaß gemacht. Das neue Konzept sei komplett aufgegangen. Sein Fazit: Es gab wesentlich mehr Besucher als im letzten Jahr. Als gut und richtig habe sich die Neuausrichtung für den Freitagabend erwiesen. Mit dem Gemeinschaftsprogramm von Swing Side & Friends, Gravity Free und Sängern des Gymnasiums wurden junge Musiker aus der Region eingebunden – wohl noch nie, meinten die Veranstalter, sei so viel Publikum zum Eröffnungsabend gekommen – vor allem junge Leute. „Ich bin froh und auch ein bisschen stolz“, meinte Uwe Steuer.
Die Verkürzung der Spielzeiten – von eineinhalb Stunden auf 45 Minuten – kam bei den Besuchern gut an. Sie konnten einfach mehr Bands erleben, der Eindruck einer größerer Vielfalt entstand. Die sieben Spielorte waren durchweg gut besucht, zum Teil sogar rappelvoll wie etwa beim Jugendkonzert im Effi, im Museumshof oder beim Abschlusskonzert mit Dirk Zöllner und Band. Als neuer Spielort kam der Hof des Antiquariats sehr gut beim Publikum an. Das lag sicher mit an Jeskom. Auch die, die nur mal reinhören wollten, blieben – so mussten ein paar Bänke mehr aufgestellt werden.
Obwohl das Bücherfest in der neuen Form nicht so viel Besucher verzeichnete wie in den Vorjahren auf dem Kirchplatz, waren die Organisatoren nicht unzufrieden. Dieter Kreutzer, Vorsitzender des Bürgervereins, meinte: „Der Wechsel war gut.“ Es habe einen Start in eine neue Form gegeben, und die habe sich, so sein Eindruck, als ein guter Weg erwiesen. Das Konzept hatte der Perleberger Marco Beckendorf vom Hochroth Verlag Perleberg-Berlin im Auftrag des Bürgervereins entworfen. Durch seine sehr guten Kontakte zu Verlagen und der neuen Literatur, kamen viele junge, aber schon etablierte Autoren nach Perleberg. Äußerst bedauerlich, dass sich die Perleberger die ersten Lesungen entgehen ließen, die wirklich mehr Zuhörer verdient hatten. Dennoch: Sie würden wieder kommen, hieß es allenthalben von den Autoren. (Über die Lesungen wird noch berichtet) Vielleicht sollte das Bücherfest etwas später als 12 Uhr beginnen und dafür länger als bis 18 Uhr dauern. An den Ständen waren auch Prignitzer Autoren zu finden: Gottfried Winter, Germut Miesch, Olaf Waterstradt oder Andreas Schön, der sein Buch „Kalaschnikow und Kaugummi“ signierte.
Lesungen und Vorführungen der Feuerwehr, die im Hagen einen Tag der Feuerwehr veranstaltete, schienen im ersten Moment nicht zu harmonieren. Doch nach einer Absprache lief alles glatt. Warum sollten Festival, Bücherfest und Feuerwehr nicht gegenseitig voneinander profitieren, fragen sich die Veranstalter – bei etwas mehr Absprache. Zur Eröffnung des Festivals hatte Vize-Bürgermeister Hans Rothbauer gemeint, Todgesagte leben länger und darauf angespielt, dass die Zukunft von Festival und Bücherfest vor Monaten noch unsicher schien.
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09.09.2011
Quellenangabe: Auszug aus dem Prignitzer vom 09.09.2011
Refugium für Leseratten
In neuem Gewand kommt das sechste Perleberger Bücherfest daher. Es findet morgen von 12 bis 18 Uhr auf dem Areal des Wallgebäudes statt. Das Fest ist erstmals in das Perleberg-Festival eingebettet. Der Veranstalter, Bürgerverein Perleberg e. V., möchte kleinen, unabhängigen Verlagen ein Podium bieten, renommierte Autoren hautnah präsentieren.
Premiere hat morgen auch der Auftritt des Verlages für Berlin und Brandenburg (vbb). Vertreten wird er von Doreen Tiepke, die seit einem Jahr beim Verlag das Ressort Veranstaltung und Social Networks übernahm - nebenbei noch an der Uni Potsdam Literatur- und Medienwissenschaften sowie Neuere Geschichte studiert. Mit der gebürtigen Salzwedlerin, die mit Mann und Töchterchen in Berlin lebt, sprach Birgit Hamann.
Womit wird sich der Verlag für Berlin und Brandenburg in Perleberg präsentieren, was haben Sie im Gepäck?
Doreen Tiepke: Zum Beispiel ganz nahe liegende Dinge, wie den Wegweiser durch das jüdische Brandenburg - da spielt ja Perleberg eine wichtige Rolle - oder Havel-Sagen. Mitbringen werde ich unter anderem auch einen unserer Bestseller "Berliner Ausflüge", der ist bereits in fünfter Auflage erschienen, sowie die Vorschau auf unser Herbstprogramm.
Es ist die erste Teilnahme des vbb bei einer Veranstaltung in der Prignitz. Welche Erwartungen haben Sie?
Also, auf jeden Fall bin ich schon sehr gespannt. Obwohl der Verlag "Brandenburg" im Namen trägt, strahlen wir, insbesondere was die Veranstaltungen betrifft, ja bisher nicht so weit ins Land aus. Das soll sich jedoch ändern. Mit der Übernahme des Verlages im März 2010 durch André Förster gab es eine inhaltliche Neuausrichtung, hin zu populären Sach- und Kulturthemen und auch hin zu einem stärkeren Brandenburg-Bezug. Bislang waren wir da aber eher im Berliner und Potsdamer Umland aktiv sowie im Raum Neuruppin und Rheinsberg.
Wie kam überhaupt der Kontakt nach Perleberg und zum Bücherfest zu Stande?
Ich wurde Ende Mai in Berlin beim Literaturfest am Kollwitzplatz, wo ich seitens des vbb vertreten war, angesprochen von Marco Beckendorf vom Hochroth-Verlag Perleberg-Berlin. Und wir entschlossen uns dann auch gleich zur Teilnahme.
Sie studieren Literaturwissenschaften, arbeiten bei einem Verlag - wie wurden Sie selbst zum "Bücherwurm"?
Daran ist mein Vater "schuld". Er liest viel und vermochte es auch, mich schon früh an historische Stoffe heranzuführen.
Welcher literarische Stoff prägte Sie besonders?
"Nackt unter Wölfen" von Bruno Apitz. Der Inhalt dieses Buches prägte mich sehr, ich war erst zwölf, als ich es las, und es ist unter anderem ein Grund, warum ich mich zum Studium der Literaturwissenschaften entschied.
… zu dem Sie ja nicht gerade auf direktem Weg gelangten.
Das stimmt: Nach der zehnten Klasse erlernte ich zunächst den Beruf der Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten in Lüneburg, anschließend den der Fachangestellten für Medien und Informationsdienste in Berlin, wo ich dann in einer Bibliothek arbeitete. Das Studium hatte ich aber immer im Blick und absolvierte an der Universität Potsdam die fachrichtungsbezogene Aufnahmeprüfung, da ich ja kein Abi tur hatte.
Jetzt läuft alles in die richtige Richtung?
Ja, auf jeden Fall. - Ich freue mich auf Perleberg und auf hoffentlich viele interessierte Gäste an unserem Stand.
Danke für das Gespräch.
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08.08.2011
Quellenangabe: Auszug aus der Märkische Allgemeine vom 08.08.2011 (Von Wolfram Hennies)
„Der Himmel über dem Königsgrab“
Jürgen Piwowar im Lesegarten
Der Perleberger Bürgerverein hatte für Sonnabend den Autor Jürgen Piwowar aus Lockstädt in den Lesegarten des Antiquariats eingeladen. Der 1949 in Laubach/Hessen geborene und inzwischen pensionierte Biologie- und Kunstlehrer, der von 1975 bis 2010 in Berlin unterrichtete, „entdeckte“ nach der Wende die Prignitz.
„Es zog mich aufs Land, denn ich komme selbst vom Dorf, die Großstadt Berlin reichte mir. Die Prignitz hat mir auf Anhieb gefallen,“ erzählte er. Seit 1993 wohnt er, zunächst an den Wochenenden und in den Ferien, mit seiner Familie in Lockstädt. Nach seiner Pensionierung siedelte er ganz dahin um. Schon immer beschäftigte er sich in seiner Freizeit mit volkskundlichen Themen, so dokumentierte er hessische Mundarten.
In der neuen Heimat hat es ihm das Königsgrab von Seddin angetan. Piwowar: „Dazu habe ich viele Ideen, die ich in dem Büchlein ’Der Himmel über dem Königsgrab von Seddin’ vorstelle und den Werdegang schildere, wie es mir mit dem Königsgrab ergangen ist.“
So nahm der Autor die Zuhörer mit auf eine Reise in die Bronzezeit, wobei er betonte, dass seine Darlegungen keinen Anspruch auf wissenschaftliche Exaktheit erheben. Er bat zu Zuhörer nur, in eine Fantasiewelt einzutauchen, in welcher er Mythen mit archäologischen Funden und wissenschaftlichen Erkenntnissen um den sagenhaften König Hinz und seiner Grabanlage miteinander verknüpfte, denn er ist überzeugt: „Manches könnte sich so zugetragen haben.“
Angeregt durch die vielen bronzezeitlichen Hügelgräber in der Region schreibt der Autor, dass vor 3000 Jahren das germanische Totenreich bei Seddin lag und die Stepenitz der Fluss ist, auf dem die Toten transportiert wurden. Die Ortsnamen „Helle“ und „Hellburg“ seien ein Hinweis auf den Eingang zum Totenreich. Er schreibt: „Und wenn das mit dem uralten Nord-Süd-Weg von Tacken nach Seddin stimmt, der zu einem Grabeingang in der Totenstadt führte, die vielleicht schon in der Steinzeit angelegt wurde, dann befinden sich unter der Kirche in Seddin die Überreste von einem der bedeutendsten frühgeschichtlichen Bewohner der Prignitz. Er war nicht nur zu seinen Lebzeiten schon im Mittelpunkt des Interesses. Wenn man vom Grab eine Zeit lang über seinen Nord-Süd-Weg zum Himmel blickte fand man ihn dort als den Punkt, um den sich auch alle Gestirne im Kreise bewegten. Sein von ihm selbst so festgelegter himmlischer Platz war der Ort, um den sich nun nach seinem Tode selbst der Sternenhimmel drehte. Er war für die nach ihm Suchenden deshalb am leichtesten in der Nekropole zu finden, sowohl auf der Erde, als auch am Nachthimmel.“
In den jüngst von Archäologen entdeckten Kultfeuerstellen am Königsgrab sieht Piwowar eine Nachbildung des Sternenhimmels: „Der Kontakt zu den Verstorbenen, zu den Ahnen, die in Gräbern in der Nähe bestattet worden waren und die sich nun oben am Himmel als mehr oder weniger hell leuchtende Sterne und herab fallende Sternschnuppen zeigten, wurde durch eine Nachbildung des Sternenhimmels am geheiligten Ort auf der Erde hergestellt.“ So sei der Bereich um das Königsgrab zu einem magischen Ort geworden.
„Der Himmel über dem Königsgrab von Seddin“ kostet 5 Euro und ist beim Autor erhältlich.

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17.07.2011
Quellenangabe: Auszug aus der Märkische Allgemeine vom 17.07.2011 (Von Michael Beeskow)
Dem Leben so manches abgelauscht
Die Perleberger Sylvia Felsch und Germut Miesch gestalteten einen schönen Nachmittag im Lesegarten
PERLEBERG - Einen schöneren Nachmittag hätten sich Sylvia Felsch und Germut Miesch für ihre Lesung nicht wünschen können. Die Sonne schien freundlich in den Lesegarten des Antiquariats am Großen Markt in Perleberg, die Blumen in diesem kleinen Refugium standen in voller Blüte und an allen Tischen saßen Zuhörer, die sich in der Lesepause bei einer guten Tasse Kaffee den Kuchen munden ließen.
In ihren Gedichten verarbeitet Sylvia Felsch Erlebnisse, die das Leben auf die eine oder andere Weise für jeden bereit hält – man muss sie nur wahrnehmen. Die Perlebergerin macht ihre Beobachtungen überall – auf einem Spaziergang an den Karpfenteichen oder bei einem Besuch im Zoo. Sie zeigt sich erstaunt über die Schönheit eines Spinnennetzes, eines Wassertropfens, der darin festgehalten wird. Sie kann dem Sommerregen auch schöne Seiten abgewinnen. Sie macht sich Gedanken über die Besucher, die den sich rastlos in ihren Käfigen bewegenden Tieren zusehen, und kommt zu der Vermutung, dass jene nur „all die Menschen nachäffen“, die sie gerade bestaunen.
Eine große Rolle spielt in ihren Gedichten die Liebe – mit ihren schönen aber auch nicht ganz so schönen Seiten. Aber auch mit der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in Deutschland hat sie sich auseinander gesetzt. „Ein ganzes Land hält den Ball“, stellt sie fest und fragt sich, was bleiben wird von diesem Ereignis: „Wieviel deutsch wird noch sein.“ Die Fußball-WM der Frauen war am Samstag für sie Anlass, es nun noch einmal vorzutragen.
Der Perleberger Germut Miesch trat in der Lesung gewissermaßen als Antipode auf. Während Sylvia Felsch einfühlsam Persönliches, in das sich die Zuhörer aufgrund ihrer klaren Sprache leicht versetzen konnten, holte Germut Miesch das Walten in der großen weiten Welt in den Lesegarten, indem er Gedichte von Bertolt Brecht vortrug. Eigene Gedichte galten Perleberger Ereignissen, dem Bücherfest oder dem Perleberg-Festival.
In zwei Büchern, die derzeit aber leider vergriffen sind, liegen die Gedichte der beiden Autoren vor. „Geschmack des Lebens“ und „Prignitzer Weltgedichte“ heißen die Gemeinschaftsproduktionen, die Germut Miesch mit eigenen Bilder versehen hat.
Bevor Bernd Briese vom Bürgerverein Perleberg sich bei den Autoren mit Blumen bedankte, wies er auf die nächsten Lesungen hin. Schon am Samstag, 23. Juli, wird die Reihe fortgesetzt. Dann ist Danuta Ahrends zu Gast. Darauf folgt am Samstag, 6. August, Jürgen Piwowar aus Löckstädt, der über König Hinz liest.
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27.04.2011
Quellenangabe: Auszug aus der Märkische Allgemeine vom 27.04.2011
Perleberg-Festival mit Literaturtagen Bürgerverein Vorhaben für 2011 beschlossen
PERLEBERG Genau 17 350 Euro will der Perleberger Bürgerverein im Jahr 2011 für Projekte und Veranstaltungen ausgeben. Das wurde jüngst auf der Jahresmitgliederversammlung beschlossen, teilte der Vorstand mit.
Zu den Vorhaben gehören die 6. Literaturtage mit verändertem Konzept und die Nutzung des Lesegartens für Autorenlesungen sowie der Neubürgertreff. Unterstützt werden soll die Restaurierung des Peter-Braun-Grabmals auf dem Weinberg; mit der Freiwilligen-Agentur Wittenberge soll ein Kooperationsvertrag geschlossen werden. Geld eingeplant wurde für die Mitgliedschaft im Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Perleberg und im Förderverein „Kirchturmspitze Sankt Jacobi“ sowie die finanzielle Unterstützung der Lotte-Lehmann-Woche und des Perleberg-Festivals. Der Bürgerverein will sich an der Aktion „Bücher aus dem Feuer“ beteiligen. Weiter nahm man sich vor, das Vereinsschaufenster im Kiosk beim „Effi“ in der Wittenberger Straße zu aktualisieren, weitere Bücherregale für das Bürgerantiquariat Großer Markt 5 anzuschaffen und das Projekt „Bücher zum Mitnehmen“ auf dem Schuhmarkt fortzusetzen.
Wie weiter informiert wird, stimmen der Freundeskreis Perleberg-Festival, der Bürgerverein und die Stadt Perleberg grundsätzlich darin überein, dass das Perleberg-Festival vom 9. bis 10. September gemeinsam mit den 6. Literaturtagen stattfinden soll. Am Konzept dafür wird gearbeitet. Für die Literaturtage mit Bücherfest soll der Innenhof des Wallgebäudes und der Platz vor dem Haus genutzt werden.
Der Perleberg-Tag soll in Zukunft auch wieder stattfinden. Beginnen will man mit einer Serie zur Vorstellung von Medizinerpersönlichkeiten, die in Perleberg gewirkt haben oder in sonstiger Weise mit der Stadt in Verbindung zu bringen sind.
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21.04.2011
Quellenangabe: Auszug aus dem Prignitzer vom 21.04.2011 (von Doris Ritzka)
Literaturtage mit neuem Konzept
Saisonbeginn für die Bücherkiste in der Krämerstraße. Literatur zum Mitnehmen - ein Angebot, das gern genutzt wird.
PERLEBERG - Die Literaturtage in gewohnter Form sind Geschichte, es leben die Literaturtage! So das Fazit der Jahresmitgliederversammlung des Bürgervereins am Dienstagabend. Das Thema Buch, das in Perleberg in Gestalt von Buchkunstausstellungen renommierter Verlage schon zu DDR-Zeiten durchaus Tradition und ein Alleinstellungsmerkmal besitzt, für die Stadt "rüber zu retten", wie Dieter Kreutzer, Vorsitzender des Bürgervereins, sagte, hat wieder eine Chance. Eine durchaus berechtigte, so der Tenor der Mitgliederversammlung gemessen an der Zustimmung.
Nachdem im Februar der Vereinsvorsitzende verkündet hatte, dass es am ersten Julisonntag nach fünf Jahren kein Bücherfest auf dem Kirchplatz geben wird, nun die freudige Botschaft - es geht weiter. Und das mit neuem Konzept, in einem neuem Umfeld und in Kooperation von Kulturschaffenden und Ehrenamt. Marco Beckendorf, der in Perleberg das Abi machte und jetzt Chef des hochroth Verlages ist, werde das Projekt konzeptionell und organisatorisch begleiten. Und dieses sieht ein Miteinander von Bürgerverein, Stadt und Freundeskreis Perleberg-Festival, von Literaturtagen und Festival für Folk, Lied und Weltmusik vor. Der Termin: 9. und 10. September. Der Veranstaltungsort der neuen Literaturtage: Mühlenberg und Wallgebäude. Der Auftakt, so erste Vorstellungen, soll im Gottfried-Arnold-Gymnasium eine Gesprächsrunde zum Thema "Buch und Beruf" sein. Vertreter der Buchbranche sollen mit älteren Schülern aus Perleberg und den anderen Prignitzer Gymnasien debattieren. Abends dann übernimmt der Freundeskreis Perleberg-Festival das Veranstaltungszepter. Am Samstag präsentieren sich Verlage, werden Prignitzer Bürgermeister und Autoren der eingeladenen Verlage auf der kleinen Bühne lesen, erwartet der hochroth Verlag insbesondere auch den Nachwuchs, um ihn in die Geheimnisse der Buchherstellung einzuweihen, und statt der mehrtägigen Literaturworkshops wird ein kleiner Literaturkurs zum Krimischreiben angeboten. Nach 18 Uhr heißt es wieder Szenenwechsel auf dem Mühlenberg, wo es dann singt und klingt.
"Alles ist noch in Vorbereitung, aber wir haben den Ehrgeiz, das Thema Buch für Perleberg zu erhalten", betont Dieter Kreutzer. Einher damit geht auch, dass man bei der finanziellen Planung ohne Hoffnung auf große Fördermittelzugeständnisse ausgeht.
Stichwort Finanzen: Letztmalig 2008, wird der Bürgerverein die Lotte-Lehmann-Woche in diesem Jahr wieder mit 400 Euro unterstützten, das Perleberg-Festival mit 150 Euro. Annehmen wird der Bürgerverein sich auch des Grabs des Kossäten Peter Braun auf dem Weinberg. "Die Tafel soll hergerichtet werden, der Platz optisch wieder ansprechend aussehen", so Kreutzer, der damit die Zustimmung der Mitgliederversammlung fand. Der Neubürgertreff, das Antiquariat, die Bücherkiste in der Krämerstraße mit Literatur zum Mitnehmen und auch wieder Veranstaltungen im Lesegarten, all das wird auch in diesem Jahr das Engagement des Bürgervereins bestimmen. Und weitere Anregungen, wie der Verein seinem Anspruch, praktiziertem Gemeinschaftssinn ein Gesicht zu geben, gerecht wird, sind bereits zu Papier gebracht. So Banksponsoring: Bänke für die Stadt, versehen mit einer kleinen Plakette "gesponsert von …".
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04.04.2011
Rundbrief 1 2011
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