Bürgerverein Perleberg
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06.07.2009

Quellenangabe: Auszug aus der Märkische Allgemeine vom 06.07.2009 (Von Michael Beeskow)

Perleberg erlebte gestern ein rundum gelungenes Bücherfest

PERLEBERG Beinahe, aber nur beinahe bereute Katrin Bartel die spontane Zusage zu einer Lesung im Schuhmarkteck. Denn ein wenig war sie doch aufgeregt, bevor die Ergotherapeutin aus Schwerin mit Perleberger Wurzeln sich in das Abenteuer stürzte. Einer kleinen Reisegesellschaft las sie aus ihrem Lieblingsbuch vor: „Glennkill“ von Leonie Swann. Dabei geht es um einen ermordeten Schäfer. Der Witz der Geschichte liegt darin, dass sich seine Schafe, die nicht ganz helle sind, an die Aufklärung des Falls machen. Auch im Belluno und im Büchereck am Schuhmarkt gab es Lesungen am Nachmittag. Dieter Kreutzer, Vorsitzender des Bürgervereins, hätte sich noch mehr Beteiligung in dieser Richtung gewünscht.

Wie im Fluge verging das Bücherfest. Rings um die Kirche, wo am Vormittag ein sehr gut besuchter Literaturgottesdienst mit Pfarrer Tilmann Kuhn den Auftakt gegeben hatte, herrschte den ganzen Tag über viel Trubel. Es gab viel zu sehen und zu entdecken, natürlich vor allem Bücher und Kunst, aber auch alte Druckmaschinen versahen ihren Dienst.

Moderatorin Monika Schramm konnte auf der Bühne neben Bürgermeister Fred Fischer auch Landrat Hans Lange und Bildungsminister Holger Rupprecht begrüßen. Alle drei legten ein Bekenntnis für das Lesen ab. Holger Rupprecht las anschließend die Geschichte „Frederick“ von Leo Lionni – aus dem Leben einer gewitzten Maus.

Mit einer gewissen Spannung sahen die Besucher dem Auftritt der Theatergruppe Prignitz entgegen, die vor einigen Monaten mit der Inszenierung des wohl einzigen Theaterstücks mit dem Namen „Perleberg“ begann. Fertig ist die Arbeit noch nicht, doch zumindest eine Kostprobe wollten die Mitwirkenden zum Besten geben. Der erste Akt des Carl-Sternheim-Stücks wurde aufgeführt. Allerdings waren die Dialoge angesichts technischer Probleme nicht immer so zu verstehen, wie sich die Zuschauer das gewünscht hätten. Am Nachmittag drängten sich die Besucher geradezu vor der Bühne. Schlag auf Schlag folgten die Auftritte. Schüler der beiden Perleberger Grundschulen sowie der Schule an der Stepenitz sangen, tanzten oder trugen Texte vor.

Von ganz anderer Art waren die Beiträge der Mitwirkenden des Literaturworkshops, der anlässlich der vierten Literaturtage von Freitag bis Sonntag stattfand. Der Ehrgeiz der jungen Literaten, die der Schriftsteller Eckhard Erxleben in seine Obhut genommen hatte, war es, ihre recht anspruchsvollen Texte diesmal in Szene zu setzen.

Der Bürgerverein führte wiederum eine Befragung zu Stärken und Schwächen des Festes durch, an der sich die Besucher rege beteiligten.

Quellenangabe: Auszug aus dem Prignitzer vom 06.07.2009

Perleberg ein Büchermeer

Es gibt wohl kaum einen Tag, an dem sich so viele Perleberger und Gäste auf dem Platz zwischen Kirche und Rathaus tummeln, wie beim Bücherfest. Gestern war es wieder soweit. Die Innenstadt glich teilweise einem Büchermeer.

PERLEBERG - Bereits zum vierten Mal haben die Mitglieder des Bürgervereins um ihren Vorsitzenden Dieter Kreutzer die Veranstaltung organisiert und in diesem Jahr noch einmal kräftig nachgelegt. Rund 60 Stände und Aussteller, Belletristik, Kinder- und Sachbücher wohin das Auge reicht. Innerhalb weniger Stunden verwandelte sich der Kirchplatz gestern Vormittag in Perleberg zu einem Paradies für Lesefreunde.

Unter den Ausstellern sich viele bekannte Gesichter. Zum Beispiel der 27-jährige Marco Beckendorf, der vor sieben Jahren sein Abitur in Perleberg absolvierte und mittlerweile einen eigenen Verlag ins Leben gerufen hat. Aber auch die 21 Mitglieder des Lionsclubs Perleberg anno 1993. Dietmar Vollert, Vorsitzender des Lionsclub-Fördervereins hatte zusammen mit Vereinskollegen Bücher aus den Privatbeständen gesammelt und verkaufte die Werke zu fairen Preisen. Die Erlöse kommen dem jüngst gegründeten Förderverein zum Erhalt der Wassermühle in Wolfshagen zu Gute. Gegen 16 Uhr hatte der Lionsclub bereits beachtliche 500 Euro eingenommen.

Bunt und abwechslungsreich ging es auch auf der großen Bühne am Rathaus zu. Unter anderem beim Programm des Perleberger Spielmannszuges sowie der Perleberger Schule an der Stepenitz. Und auch echte Lacher blieben nicht aus . Dafür sorgte die Theatergruppe Prignitz um Manfred Nebelin mit "Der Stänker" von Carl Sternheim.

Eher für das jüngere Publikum gedacht war die Lesung von fünf Schülern des Gottfried Arnold Gymnasiums auf dem Hof des Wallgebäudes. Ann-Kathrin Schmidt, Anja Pöpplau, Anastasia Zadow sowie Georg Streese und Phillip Marko lasen Auszüge aus Max und Moritz sowie dem Struwwelpeter.

Mit eigenhändig gefertigten literarischen Werken begeisterten die Schüler von Eckhard Erxleben. Der Schrifsteller aus Osterburg hielt von Freitag bis gestern eine Literaturwerkstadt ab. Insgesamt 11 Jugendliche nahmen das Angebot wahr und verfeinerten unter Anleitung des Profis ihre Fertigkeiten. "Die Jugendlichen sind sehr gut. Es erstaunt mich, dass so junge Menschen schon so bewegende Werke verfassen können", sagt Erxleben. Es entstanden Geschichten, Fabeln und auch Gedichte, die die jungen Künstler auf der Bühne darboten.

Zufrieden mit dem Bücherfest zeigte sich Dieter Kreutzer. Er hatte bereits im Vorfeld der Veranstaltung mehr Engagement von den Einzelhändlern der Rolandstadt gefordert und wurde nicht enttäuscht. "Überall haben Geschäftsinhaber ihre Schaufenster.

thematisch dekoriert. Das lockt Besucher und Gäste nicht nur vor die Bühne, sondern auch in die Innenstadt". Auf die Frage nach einem fünften Bücherfest sagt Kreutzer: "Wenn man sich hier umsieht ist klar, dass wir gar keine andere Wahl haben als auch ein Bücherfest im nächsten Jahr".



24.06.2009
Quellenangabe: Auszug aus dem Prignitzer vom 24.06.2009

Lesung bei Eisbecher und Schuhkauf

Das Programm steht, die Plakate sind geklebt, die Flyer liegen aus. Am 5. Juli wird die Rolandstadt wieder zu einem Mekka der Leseratten, Bücherwürmer und Kunstliebhaber. Zum 4. Bücherfest des Bürgervereins erwartet Vereinsvorsitzender Dieter Kreutzer viele Gäste auch von jenseits der Stadt-, Kreis- und Landesgrenzen. "Wir haben von Hennigsdorf bis in die Altmark, im Wendland und Berlin plakatiert. Ich denke, dass wir mit dem Bücherfest ein Anziehungspunkt in Brandenburg sind." Großzügige finanzielle Unterstützung erhielt der Verein dabei von der Kreissparkasse Prignitz.
Vielfältig und interessant gleichermaßen fallen die Offerten aus, die sich alle um das Buch, um Literatur, um Buchkunst ranken. Den wirtschaftlichen Aspekt von Kultur wolle man mit Hilfe des Mittelstandes , sprich der Geschäftstreibenden in der Innenstadt, dieses Mal noch deutlicher zum Tragen bringen, betont Kreutzer. Die Stadt soll sich wie ein offenes Buch präsentieren. In den Geschäften und Gastlichkeiten sollen kleine Lesungen stattfinden, so seine Vorstellung. Sechs Geschäftsleute haben bereits zugesagt, auf weitere Unterstützung hofft und baut er. "Wir machen mit dem Fest Mittelstandsförderung" und man erwarte natürlich auch, dass sich der Mittelstand aktiv einbringe. "Wer gerne vorliest oder selbst schreibt, der sollte einfach die Geschäftsleute in der Bäckerstraße ansprechen. Und auch umgekehrt." In den Schaufenstern sollte überall das Schild stehen: Hier wird gelesen und jede Auslage sollte das Thema Buch aufgreifen, so Kreutzer.


02.06.2009

Antiquariat eröffnet Lesegarten- Saison 2009

Das Antiquariat des Bürgervereins Perleberg, Großer Markt 5 hat in den Sommermonaten auch sonnabends von 10.00 -12.00 Uhr geöffnet. Nur an den Sonnabenden mit Lesungen ist vormittags geschlossen.

Die Lesegartensaison beginnt wieder rechtzeitig vor dem Bücherfest am 5. Juli.
Bei schönem Wetter im Garten, ansonsten im Hofsaal haben die Besucher Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen Autorenlesungen zu erleben. Der Eintritt ist frei.

Der Bürgerverein lädt herzlich ein zur ersten Lesung in diesem Jahr. Sie wird am 13. Juni gestaltet von Frau Elfi Fitz, die seit 1978 in der Prignitz lebt. Seitdem hat sie sich dem Schreiben von Lyrik und Kurzprosa und der Malerei verschrieben.


29.04.2009
Quellenangabe: Auszug aus der Märkische Allgemeine vom 29.04.2009

EHRENAMT: Bürgerverein nimmt sich wieder viel vor
Projekte im Wert von insgesamt über 31 000 Euro

Der Perleberger Bürgerverein setzt sich seit Jahren für das Wohl der Stadt ein. Dies wird auch in diesem Jahr wieder so sein. Mit dem Vereinsvorsitzenden Dieter Kreutzer sprach Michael Beeskow.

MAZ: Der Bürgerverein zog in der vorigen Woche Bilanz. Wie sieht das Fazit aus?

Dieter Kreutzer: Die Mitglieder haben die Entlastung des Vorstands für 2008 nach Tätigkeitsbericht, Kassenbericht und Kassenprüferbericht mit großer Einmütigkeit vorgenommen. Die bisherigen Mitglieder des Vorstands wurden für weitere zwei Jahre gewählt. Der Vorstand nutzte die Gelegenheit, sich für die Unterstützung der Arbeit bei den Mitgliedern, Gewerbetreibenden und der Verwaltung zu bedanken.

MAZ: Wie entwickelt sich die Zahl der Mitglieder?

Kreutzer: Derzeit hat der Verein 292 Mitglieder, das Ziel für 2008, 300 Mitglieder zu haben, wurde noch nicht erreicht.

MAZ: Sehen Sie hier auch Auswirkungen auf die Vereinstätigkeit?

Kreutzer: Der Name ist sozusagen Programm: Es gehört zum Selbstverständnis des Bürgervereins, die Beiträge zur Stadtkultur weitestgehend aus eigener Kraft zu erbringen. Es ist Ausdruck der Wertschätzung, wenn Höhepunkte der Vereinsarbeit durch Spenden und öffentliche Fördermittel unterstützt werden. Aber Planungssicherheit entsteht ganz wesentlich durch Mitgliedsbeiträge.

MAZ: Worin besteht das Anliegen des Bürgervereins?

Kreutzer: Eine kulturelle Vielfalt kennzeichnet die Prignitz zunehmend als vitale Region. Es ist dem Bürgerverein bisher gelungen, die Initiativen anderer ehrenamtlich Tätiger und der Verwaltung mit ganz spezifischen Beiträgen zu ergänzen. Dabei wird die Bedeutung des historischen Stadtzentrums als Erlebnisbereich und Raum zum Arbeiten und Wohnen immer wieder durch die Wahl der Vorhaben unterstrichen.

MAZ: Es werden aber auch immer wieder neue Vorstellungen und Vorschläge eingebracht?

Kreutzer: Die Aufforderungen an den Bürgerverein zum Tätigwerden sind sehr unterschiedlich, oft sind es heimatgeschichtliche Themen. Beispiele waren auf der Mitgliederversammlung zu hören. Dazu gehören der Wunsch, Recherchen zu den Geschichten von Häusern in der Innenstadt, insbesondere im Zusammenhang mit Gewerbebetrieben und Kaufleuten vorzunehmen oder Perleberger Familiengeschichten durch Gespräche mit älteren Bürgern festzuhalten. Da könnte angeknüpft werden an die Perleberger Hefte, die vom damaligen Kulturamt der Stadtverwaltung ab dem Ende der 80iger Jahre heraus gegeben wurden. Der Bürgerverein hat aber inzwischen Schwerpunktthemen, die nur begrenzt erweitert werden können.

MAZ: Gibt es so etwas wie eine Konstante im Wirken des Bürgervereins?

Kreutzer: Die Arbeit des Vereins ist Mittelstandsförderung, weil beigetragen wird zu einer lebendigen Innenstadt und neugierig gemacht wird auf Perleberg. Davon zeugt auch der Arbeitsplan 2009 mit einem Ausgabevolumen von 31 250 Euro.

MAZ: Was steht im Arbeitsprogramm für dieses Jahr?

Kreutzer: Aufnahme neuer Mitglieder; Gewinnung weiterer im Antiquariat ehrenamtlich tätiger Damen und Herren; Sanierung und Einrichtung eines weiteren Raums für das Antiquariat; der Perleberg-Tag auf dem Museumshof wird wieder stattfinden; Veranstaltungen im Lesegarten und Hofsaal des Antiquariats; die Literaturtage vom 3. bis 5. Juli mit 4. Bücherfest, der Buchkunstausstellung, die diesmal der Kulturverein in seine Obhut nimmt, mit dem Workshop Kreatives Schreiben für junge Leute und der großen Abendlesung am 4. Juli in der Bäng-Halle.

MAZ: Das ist eine lange Liste. Aber noch nicht alles?

Kreutzer: Vorgesehen sind weiter die Gestaltung des Schaufensters des Kiosks vor dem „Effi“ mit Themen zur Vereinsarbeit, das Projekt „Bücher zum Mitnehmen“, Fortsetzung der Arbeit am Projekt Erinnerungsmal Nikolaikirche sowie eine Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit, unter anderem die Präsenz auf Reisemessen

MAZ: Der Bürgerverein gewährt seit Jahren auch finanzielle Zuwendungen. Wird dies fortgeführt?

Kreutzer: Finanzielle Unterstützung leisten wir für die Stadtführungen; ebenso für die Lotte-Lehmann-Woche, das Perleberg-Festival sowie das Roland- und Schützenfestes, soweit es unsere Finanzlage erlaubt; eine Zusagegarantie gibt es aber nicht. Entsprechend Kassenlage sind Entscheidungen zur Unterstützung kleinerer Vorhaben ebenfalls möglich.

 

23.03.2009
Quellenangabe: Auszug aus dem Prignitzer vom 23.04.2009- Doris Ritzka

Für alles reicht das Geld nicht

"Wir brauchen neue Mitglieder", bringt es Dieter Kreutzer, der am Dienstagabend zum Vorsitzenden des Bürgervereins wiedergewählt wurde, auf einen kurzen Nenner. Und er kündigt an, dass eine finanzielle Unterstützung für kulturelle Highlights der Stadt in diesem Jahr nicht mehr möglich sei.

Seit Jahren steuert der Bürgerverein zur Lotte-Lehmann-Woche und dem Perleberg-Festival jeweils 500 Euro dazu, fürs Roland- und Schützenfest im vergangenen Jahr waren es 750 Euro. Das könne man sich nicht mehr leisten, so Dieter Kreutzer. Auch das City-Mobil wird zum Bücherfest nicht mehr gechartert. "Wir denken aber, dass wir das über den Stadtverkehr kompensieren können."
300 Mitglieder hat sich der Bürgerverein zum Ziel gesetzt, 292 sind es. Denn vor allem die Beiträge, Spenden und die Einnahmen des Antiquariats als einzige wirtschaftliche Größe des Vereins, sind es, wovon eigene Projekte finanziert und die anderer unterstützt werden.
" 2009 müssen wir durchstehen, dann funktioniert es auch weiter", gab sich Kreutzer dennoch optimistisch, vielleicht etwas verhaltener, als man ihn kennt. Er baut auf das Engagement der Perleberger auch hinsichtlich der weiteren Sanierung des Anwesens des Bürgervereins in dem Antiquariat, Lesegarten, das Kontaktbüro und einiges mehr bereits ein Domizil hat. Der Verein alleine könne das nicht zwingen. Über das Projekt "Jugend und Geschichte, Geschichte erleben", das beim CJD angesiedelt ist, hoffe man hier auch in diesem Jahr wieder ein Stück weiter zu kommen. "Firmen werden wir nicht bezahlen können", so Kreutzer unmissverständlich.

Bücherkisten in der Stadt

Was hat der Bürgerverein 2009 aber sich selbst auf die Fahnen geschrieben? Es gibt wieder einen Perleberg-Tag, und das Schaufenster vom Kiosk am "Effi" werde er fortan nutzen, um über seine Arbeit und Projekte zu informieren. Ein solches ist unter anderem auch "Bücher zum kostenlosen Mitnehmen". Am Café- und Biergarten Ecke Krämerstraße sollen demnächst zwei Kisten voller Broschüren und kleiner Bücher die Blicke der Passanten auf sich ziehen und sie animieren, zuzugreifen. "Im Antiquariat haben wir Ausgaben oftmals mehrfach. Jene wollen wir dort anbieten. Und vielleicht steckt der eine oder andere auch etwas dafür in die Spendendose." Ebenfalls in Zusammenarbeit mit den CJD soll die Gestaltung der kostenlosen Bücherkiste am Biergarten erfolgen, integriert darin Träger für Flyer, die fürs Antiquariat werben.
Hinsichtlich des Vorhabens St. Nikolai-Kirchplatz zur Einrichtung eines Erinnerungsmals gab sich Kreutzer eher zurückhaltend. 1500 Euro habe man für die Gestaltung eingeplant, doch diese Summe werde nicht reichen für das, was die Altstadt-AG konzipiert habe. Eine spannende Geschichte, ob sie realisierbar sein werde, stehe derzeit noch in den Sternen. Kreutzer wörtlich: "Eine kleine Lösung mit Tafeln, die auf die Bedeutung des Platzes hinweisen, und Bänken, ist mir lieber, als womöglich gar keine."
Ungetrübt hingegen die Vorfreude aufs Bücherfest, das am 5. Juli Perleberg wieder zu einem Mekka der Leseratten werden lässt. Die Buchkunstausstellung, die durch den Bürgerverein in der Rolandstadt eine Renaissance erlebte, wird in diesem Jahr erstmalig vom Kulturverein ausgerichtet. In dessen Tradition, konkret des Kulturbundes, wurde sie zu DDR-Zeiten einst zu einem kulturellem Highlight, mit dem die Rolandstadt aufwarten konnte.

Einzigartiges Highlight

17 000 Euro sind für die Perleberger Literaturtage veranschlagt. "Ein großer Teil davon fließt in die Öffentlichkeitsarbeit, sprich überregionale Werbung", erläutert Kreutzer. Mit dem Workshop für Nachwuchsautoren und einer szenischen Lesung am Vorabend geht dieses Kulturevent über drei Tage und erlebt mit dem Bücherfest am 1. Sonntag im Juli einen Höhepunkt. "Etwas Einmaliges, was Perleberg damit zu bieten hat", zitiert Kreutzer Kultusministerin Johanna Wanka.

Wer macht es?

In der anschließenden Diskussion zu Vorhaben, schlug Georg Emmermann vor, die Stadt im Wandel der Zeit festzuhalten. In Form einer Broschüre oder dergleichen sollten straßenweise alte Firmen wieder auferstehen, ihre Geschichte aufgeschrieben werden. Eine gute Idee, aber wer macht es? Unterstützung würde man gern geben, so Kreutzer, aber mehr sei nicht möglich. Vorstandsmitglied Herta Richter regte an, diese Idee ans Gymnasium heran zutragen.


19.04.2009

Rundbrief 01/2009 als PDF

 

18.03.2009
Quellenangabe: Auszug aus dem Prignitzer vom 18.03.2009- Doris Ritzka

"Perleberg" in drei Aufzügen

Montag, 18 Uhr, im Antiquariat des Bürgervereins. Frauen und Männer geben sich die Klinke in die Hand, fünf an der Zahl, die Lust haben, Theater zu spielen. "Vor gut 40 Jahren hatten wir in Beveringen mal eine Theatergruppe. Das hat echt Spaß gemacht", erzählt Rosemarie Selent. 61 Jahre alt ist heute die Perlebergerin. Auch Ursula Prieß aus der Rolandstadt kann sich für die Bühne begeistern. Theater habe sie aber noch nie gespielt und wolle so erst einmal sehen, was verlangt werde. Ein Profi in der Runde ist Ulrich Teschner aus Krampfer. Die Bühne war sein Metier, er war zudem Dozent an der Filmhochschule und auch als Regisseur habe er Erfahrungen. Hans-Werner Noll aus Mankmuß hat im "Prignitzer" über das Ansinnen gelesen und könnte sich vorstellen, mitzumachen. Der Jüngste in der Runde ist Dennis Gerloff aus Wittenberge. Ihn könnte sich Manfred Nebelin vom Bürgerverein in der Rolle des Volksschullehrers in Carl Sternheims Komödie "Perleberg (Der Stänker)" vorstellen. Jene will er inszenieren, eine erste Szene möglichst schon zum Bücherfest aufführen.
Die am Montagabend das erste Mal zusammenkamen, werden sich nun in den Text lesen, bevor man dann über die Rollen entscheidet.

Noch werden weitere Darsteller und auch Helfer hinter der Bühne, sprich Techniker, Souffleuse und dergleichen, gesucht. Wer mitmachen möchte, das nächste Treffen findet am 23. März um 18 Uhr im Antiquariat in Perleberg statt.

 

13.03.2009
Quellenangabe: Auszug aus dem Prignitzer vom 13.03.2009- Doris Ritzka

Das Besondere soll locken

Die Erinnerung an die untergegangene Gründerkirche soll bewahrt bleiben, ebenso die Form des St. Nicolai-Kirchplatzes, bringt es Stefan Kunzemann von der AG Stadtgestaltung auf den Punkt. Der Bürgerverein habe Interesse bekundet, mit einem Blickfang an den Ort der Stadtgründung zu erinnern, hatte Vereinsvorsitzender Dieter Kreutzer bereits im Januar erklärt.

Am Mittwoch lud er alle an einen Tisch, die mitreden und sich engagieren wollen - Stadt, Denkmalbehörde, Altstadtverein, AG Stadtgestaltung und Dr. Hoffmann-Axthelm, auf dessen Idee das Ganze fußt. Eine Mauer auf den historischen Fundamenten der abgerissenen Kirche zu errichten, wie einst seine Gedanken waren, werde sicher erst längerfristig in Betracht kommen, wenn überhaupt. Denn alles sei eine Frage des Geldes. Eine Tafel, die Auskunft über dieses Kapitel Stadtgeschichte gibt, eingerahmt von einer kleinen Sitzecke reiche aber auch nicht, um kultur-touristisch ins Auge zu fallen, darin seien sich alle einig.

Ein neues Konzept soll nun erarbeitet werden. Das übernimmt der Altstadtverein, während beim Bürgerverein alle Fäden zusammenlaufen. Wie sich das Areal möglicherweise darstellen könnte, dazu gibt es erste Vorstellungen. Ein Rand soll den letzten Zustand dokumentieren, praktisch die Form wieder fassen. Dahinter erwartet den Betrachter etwas völlig Neues - über eine Erhöhung der Blick ins Mittelalter. "Mit Holz und Grünelementen, eingebunden darin Tafeln zur Geschichte, soll der Geburtsort der Stadt gartenarchitektonisch gestaltet werden. Hier könnte man das CJD-Projekt ,Geschichte erlebbar’ einbinden", erläutert Dieter Kreutzer. Mit relativ einfachen Mitteln wolle man so die letzte Chance nutzen, statt eine Brachfläche zu schaffen, ein historisches Kleinod bewahren und "dem Platz das Besondere wieder geben, das über Jahre für Touristen Anziehungspunkt sein soll", erläutert der Vereinsvorsitzende.

Es sind alles erst Ideen, die aber unter Federführung des Vereins und im engen Miteinander auf den Weg gebracht werden sollen. Steht das Konzept, wird es mit den Bürgern diskutiert.

 

31.01.2009
Quellenangabe: Auszug aus dem Prignitzer vom 31.01.2009 - Doris Ritzka

Wo Geburtsstunde der Stadt schlug

Erinnerung an untergegangene Gründungskirche

Der St. Nikolai-Kirchplatz: Für Einheimische nicht gerade ein Ort, den man zur Schau stellt. Und doch hat er auch heute noch einen gewissen Charme. Dieser könnte gar touristische Bedeutung erlangen. Denn „wenn irgendwo, dann wäre hier so etwas wie ein Geburtsort der Stadt", so Dr. Dieter Hoffmann-Axthelm.

Eine Art Erinnerungsmal Nikolaikirche zu schaffen, so die Vorstellungen von Dr. Dieter Hoffmann-Axthelm. Denn sie sei die Kirche der frühesten vorstädtischen Siedlung und später der ersten Stadtgründung. Der Ort der untergegangenen Gründungskirche - die einst abbrannte und schließlich dann abgetragen wurde - wie auch der Kirchhof als der älteste Begräbnisplatz der Stadt, sollen sinnbildlich ins Heute zurückgeholt werden. Von dieser Idee ist auch der Bürgerverein, dessen Mitglied Dr. Hoffmann-Axthelm ist, durchaus angetan, bestätigt Vereinsvorsitzender Dieter Kreutzer.
Ein Ansatzpunkt für die Überlegungen war am Donnerstagabend auch Gegenstand im Hauptausschuss. Im Rahmen der Sanierungsmaßnahme „Historischer Altstadtkern" stellte der Eigentümer des Grundstücks St. Nikolai-Kirchplatz 8/9 den Antrag auf Städtebauförderung für den Abriss des Anwesens. Denn was von diesem noch steht, ist eine Ruine. Die Ausschussmitglieder stimmten zu, dass 80 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst werden.
In diesem Zusammenhang kam die Frage, was soll dann hier passieren? „Wir haben Interesse bekundet, ein Mal der Erinnerung an dem Ort der Stadtgründung zu errichten", so der Bürgervereinsvorsitzende. Eine Mauer auf den historischen Fundamenten der abgerissenen Kirche zu errichten, wie Dr. Hoffmann-Axthelms Vorstellungen sind, werde sicher erst längerfristig in Betracht kommen, wenn die Straße entsprechend saniert sei. „Wir denken kurzfristig an eine Tafel, die Auskunft über dieses Kapitel Stadtgeschichte gibt. Das Ganze eingerahmt vielleicht von einer kleinen Sitzecke", so Kreutzer. Die Bereitschaft der Anlieger sei da, das Geschaffene auch zu pflegen, „denn wir wollen keine zusätzliche Problemecke in der Stadt schaffen".
Derweil müsse die Stadt sich Gedanken machen, wie überhaupt mal mit dem Platz verfahren werde, so Bürgermeister Fred Fischer im Hauptausschuss. Denn die heutigen Fassaden entsprechen zum großen Teil nicht mehr der einstigen Bebauung.


 

 

 

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