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22.05.2006 Quellenangabe: Auszug aus der Märkisch Allgemeine vom 22.05.2006 Große Heiterkeit trotz RegensErst im Lesegarten, dann im Sitzungssaal PERLEBERG Als sich der Himmel zuzog und die ersten Tropfen fielen, gab Dieter Kreutzer die angemessene Antwort. "Wir lassen uns nicht entmutigen", rief den Vorsitzende des Bürgervereins all den Gästen zu, die am Samstag zur Eröffnung des Lesegartens in den Hof des Antiquariats am Großen Markt gekommen waren. Zahlreich erschienen die Neugierigen, wollten sie doch sehen, was es denn mit dem neuen Veranstaltungsort in der Rolandstadt auf sich hat. Die Bänke füllten sich und ein intimer Rahmen für ein kulturelles Ereignis war geschaffen. Bürgermeister Manfred Herzberg lies es sich trotz Krankheit nicht nehmen vorbeizukommen. Und auch Amtsvorgänger Dietmar Zigan schaute herein. Ein wenig entschuldigte sich Dieter Kreutzer, dass noch nicht alles fertig geworden sei. Doch ein anderer Samstag sei nicht mehr frei gewesen. Man habe mit keiner anderen Veranstaltung in Konkurrenz treten wollen. Für die tatkräftige Unterstützung dankte er der Gemeinnützigen WohnungsGmbH Perleberg/Karstädt, Handwerkern und den fleißigen MAE-Kräften. Abgesehen von der Ausgestaltung des Innenhofes entstanden Toiletten und Senioren können nun von einem Internet-Café Gebrauch machen. Nicht ohne Stolz verwies Dieter Kreutzer darauf, dass sich vor drei Jahren noch mancher gewundert habe, als das Antiquariat eingerichtet wurde. Inzwischen verfüge es über einen stattlichen Bestand von 7000 Bänden. Mit diesen Anmerkungen waren der Worte genug gewechselt; und Karsten Brauer konnte mit Zambuco die musikalische Einweihung des Lesegartens vornehmen. Nachdem der Regen aber gar nicht nachlassen wollte,
zog die ganze Gesellschaft in den Sitzungssaal des Rathauses um, der
von der
Stadt in einer spontanen
Aktion zur Verfügung gestellt wurde. Die ehrwürdige Tagungsstätte
der Stadtväter verwandelte sich in einen Ort des Frohsinns und ausgelassener
Heiterkeit. Christiane Nüsse übernahm die nicht ganz einfache
Aufgabe kurzfristig für den Schriftsteller Werner Liersch einzuspringen,
der wegen Krankheit seine Lesung absagen musste. Sie nahm die Zuhörer
mit auf eine unterhaltsame literarische Reise durch das Land Brandenburg
mit seinen Dichtern. Die Spanne der Texte reichte von Friedrich II., über
Kleist und Fontane bis zu Strittmatter. Mit frechen, ja fast ungehörigen
Liedern wandte sich dann Renate Groenewegen an die Besucher. Darauf las
sie aus Briefen von Mozart, in denen sich das Genie als Mensch mit manch
schräger Seite offenbarte. Wer weiß schon, dass er die Worte
fließend rückwärts sprechen konnte. Manfred Nebelin befasste
sich auf humorvolle Weise mit der Gründung eines Vereins und reizte
mit Sketchen von Karl Valentin kräftig die Lachmuskeln. Mit Paula
Kramm Konowalow zog gewissermaßen der Orient in den ehrwürdigen
Sitzungssaal ein. Barfuß und ganz arabisch gewandet führte
sie Bauchtänze auf, die so manchen Puls höher schlagen ließen. |
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